Sendereihe: "Macht und Menschenrechte" ( Unser Politikblog TV) November - dann in anderem Format

Dienstag, 22. Februar 2011

Das Militärimperium der Vereinigten Staaten von Amerika und die Diktatur in Bahrain

Von Jacob G. Hornberger | 22.Februar 2011 Radio Utopie

Das Imperium der Vereinigten Staaten von Amerika umfasst 750 – 1.000 Militärbasen in über 130 Ländern.
Shaykh Muhammad bin Abdulla al-Khalifa, der Verteidigungsminister empfängt Robert Gates am Flughafen in Manama (2008)Wikipedia
Die Realität dieses ausgedehnten militärischen Imperiums ist in Bahrain zum Vorschein gekommen, wo die autoritäre Regierung gegen Oppositionelle mit Verhaftungen, Gefängnis, Folter und sogar Mord vorgeht.
Das ist natürlich eine bekannte Geschichte, eine, der die Amerikaner täglich begegnen. Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel bei dem Versuch, brutale autoritäre Diktaturen zu entmachten – Diktaturen, die Partner, Verbündete, Freunde und loyale Mitglieder des Imperiums der Vereinigten Staaten von Amerika sind … und Empfänger von Milliarden Dollars an Hilfsgeldern der Vereinigten Staaten von Amerika, die nicht nur dazu dienen, die privaten Taschen der Diktatoren und ihrer Schergen zu füllen, sondern auch die Folterinstrumente finanzieren und die Gehälter der Wächter und Folterer.


Jetzt, in Bahrain, sehen wir einen weiteren Faktor, der mitspielt bei der Unterstützung von Diktaturen durch die Vereinigten Staaten von Amerika – ausländische Militärbasen der Vereinigten Staaten von Amerika – eine der vielen hundert auf der ganzen Welt. Die Diktatur in Bahrain hat dem Imperium gestattet, hier einen Stützpunkt für die Fünfte Flotte des Imperiums einzurichten und zu betreiben.
Warum sollte es also jemanden überraschen, dass die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, besonders der Generalstab, die „Ordnung und Stabilität” favorisiert, die mit Diktatur einhergeht? Hey, Demokratie ist unberechenbar. Die Menschen könnten nicht haben wollen, dass ein fremdes Regime in ihrem Land eine große Militärbasis betreibt. Wir brauchen nur nach Okinawa zu schauen, wo die Menschen alles versuchen, um die militärische Langzeitokkupation durch die Vereinigten Staaten von Amerika zu beenden. Würden sich etwa nicht die meisten Amerikaner ärgern, wenn fremde Regimes, darunter muslimische, riesige Militärbasen hier in den Vereinigten Staaten von Amerika betreiben würden?
Wenn es um Militärbasen der Vereinigten Staaten von Amerika geht, sind Diktatoren pflegeleichter zu behandeln, besonders wenn Milliarden von Dollars der Steuerzahler der Vereinigten Staaten von Amerika und militärische Ausrüstung (die zur Unterdrückung der Opposition eingesetzt werden kann) vom Imperium in die Hände der Diktatur gegeben werden. Das alles sorgt für eine gemütliche Beziehung. Wir füllen deine Taschen mit Geld und geben dir die militärische Ausstattung, um deine Diktatur aufrecht zu erhalten, und du lässt uns unsere Militärbasis betreiben.
Die Imperialisten sagen, dass die Fünfte Flotte den Fluss des Erdöls in den Westen sicher stellt. Das ist albern. Das ist wie die Fliege auf dem Lenkrad, die sich einbildet, das Auto zu lenken. Oder wie der Hahn, der jeden Morgen kräht und davon überzeugt ist, dass sein Krähen die Sonne aufgehen lässt.
Beim Imperium der Vereinigten Staaten von Amerika und seinen gewaltigen überseeischen Militäreinrichtungen ist es nicht anders. Das Imperium ist überzeugt, dass es seine Präsenz im Mittleren Osten ist, die den Fluss des Erdöls sichert, welches vom Westen benötigt wird (eingeschlossen die gewaltige Militärmaschinerie der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, die selbst so viel von dem Öl verbraucht).
Keineswegs. Die Welt würde sehr gut ohne die Präsenz des Imperiums funktionieren. Die Eigentümer des Erdöls würden ihr Öl in den Markt verkaufen, so wie Menschen andere Dinge auf der ganzen Welt verkaufen. Menschen verkaufen Dinge, um Geld zu verdienen. Venezuela, dessen Vertreter die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hassen, verkauft nichtsdestotrotz Öl an die Vereinigten Staaten von Amerika, nicht weil die Marine der Vereinigten Staaten von Amerika es dazu zwingt, sondern weil Venezuela das Geld haben will.
Auch wenn Eigentümer sich dafür entscheiden, etwas, was ihnen gehört, nicht zu verkaufen, ist das ihr Recht. Das gehört zu dem, was einen Eigentümer ausmacht – die Entscheidung, ob er verkauft und zu welchen Bedingungen.
Die weit verbreiteten Proteste im Mittleren Osten bringen die hässliche Realität der Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika in das Bewusstsein des amerikanischen Volkes. Während die meisten Amerikaner mit den Menschen sympathisieren, die ihr Leben im Widerstand gegen die Tyrannei aufs Spiel setzen, müssen die Amerikaner auch die beunruhigende Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass es ausgerechnet ihre eigene Regierung ist, die zu einem großen Teil verantwortlich ist für die Tyrannei, gegen die diese Menschen kämpfen. Durch eine Kombination von Auslandshilfe und Militärbasen im Ausland hat sich die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Partner der tyrannischen Regimes gemacht, gegen die die Bürger dieser Länder jetzt rebellieren, und diese gehätschelt, ausgebildet und unterstützt.
Sollte das alles nicht dazu dienen, dass die Amerikaner einhalten und darüber nachzudenken beginnen, das Modell des Imperiums und der Intervention abzuschaffen, das unser Land so lange im Griff hatte, einschließlich der Beendigung jeglicher Auslandshilfe, der Schließung aller Militärbasen im Ausland und des Rückzugs aller Truppen und deren Entlassung? Wenn sich jetzt die Völker des Mittleren Ostens gegen die Diktaturen erheben, die sie so lange brutal unterdrückt haben, ist da nicht auch für das amerikanische Volk die Zeit reif, das Modell einer Republik in den Grenzen der Verfassung und auf der Grundlage der Nichteinmischung wiederherzustellen, auf denen unsere Nation begründet wurde?

Jacob G. Hornberger

erschienen am 18. Februar 2011 auf The Future of Freedom Foundation Artikel

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen