FIAN Deutschland e.V.
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| Proteste der landlosenWikipedia in Guatemala-Stadt, 1996 |
Der Konflikt mit den Eigentümern der Finca begann am 18. März 1997. Über 30 Arbeiterfamilien wurden entlassen, weil sie ihre Forderung nach dem gesetzlichen Mindestlohn mit der Gründung einer kleinen Gewerkschaft durchzusetzen versuchten. Selbst ein Urteil des höchsten Gerichts zu ihren Gunsten im Jahr 2000 wurde missachtet. Stattdessen wurden die Arbeiterfamilien ständig Repressionen ausgesetzt, wovon sich die Marler bei einem Besuch 2001 selbst überzeugen konnten. Brandanschläge auf ihre Häuser, Einschüchterung durch Gewehrsalven, unterlassene Hilfeleistung sowie in den Hunger treiben sind nur einige Beispiele. Endlich schien es 2007 doch eine Lösung zu geben. Bei einem Besuch im Marler Versöhnungszentrum freute sich Eswin Lopez, der Sprecher der Kaffeepflücker, über die Zuteilung von Land. Es fehlte nur noch die Einschreibung ins Grundbuch. Bei seiner Rückkehr nach Guatemala war die Enttäuschung groß. Seine Abwesenheit wurde von der Familie der Fincabesitzer genutzt, sich das den Arbeitern zugesprochene Land unter den Nagel zu reißen.
Mit Unterstützung von FIAN wurde der Kampf trotzdem weiter geführt und die Chance einer neuen Regierung in Guatemala genutzt. Nach vielen Gesprächen auf verschiedenen politischen Ebenen, bei denen auch der Recklinghäuser Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe aktiv war, und viel Öffentlichkeitsarbeit konnte der Staat Guatemala dazu gebracht werden, das Recht auf Nahrung umzusetzen. Zwar ist es im Fall Nueva Florencia nicht zur Gerechtigkeit gekommen, denn die eigentlich Schuldigen für den Konflikt haben nichts zur Umsetzung des Rechts beigetragen. Aber die staatliche Entschädigung durch Land ist eine Lösung. „Sie bietet für die Familien, die wider aller Wahrscheinlichkeit an ihre Rechte geglaubt und nicht nachgelassen haben, ihr Recht auf Nahrung zu verteidigen, eine neue Lebensgrundlage“, so Martin Wolpold-Bosien, FIAN-Referent für Mittelamerika. „ Das ist schon ein Erfolg, vor allem für die Ausdauer der Leute selbst.“ Allerdings haben nur acht Familien so lange diesen Kampf durchgestanden.
Als Dankeschön hat Eswin Lopez den Marler FIANisten eine Mini-Marimba und etwas Kaffee von seiner neuen kleinen Finca Nueva Marl zukommen lassen. So kann der Erfolg auch in Marl angemessen mit einem Tässchen Kaffee bei angenehmer Musik genossen werden. Die Gruppe bedankt sich bei allen Menschen in Marl, Recklinghausen und anderswo, die die Kaffeepflücker durch Briefaktionen und Spenden unterstützt und so wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben.
Kontakt zur FIAN Lokalgruppe Marl:
Friedrich Doormann: doormann-frd@arcor.de Klaus-Dieter Hein: kghein@t-online.de; Tel: 02365-59596

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